Robuste Fotomaschine: TG-3

tg3-1Mein neustes Technikspielzeug bleibt trotz einem Sturz aus zwei Meter Höhe heile und kann 15 Meter in die Tiefe tauchen! Die Rede ist von der TG-3, einer Kamera aus der Stylus Tough-Serie von Olympus.

Neben diesen Outdoor-Eigenschaften, fällt sie vorallem durch ihre Makro- und eine schnelle Serienbild-Tauglichkeit auf. Der Intervall- und Zeitraffermodus sowie eine HDR- und Panorama-Automatik verleiten zudem zu interessanten Spielereien. Mit vielen Szenen-Programmen an Bord bietet sie natürlich nicht die von Spiegelreflex-Kameras gewöhnte manuelle Anpassungsvielfalt, aber immerhin sind eine Blenden- und ISO-Vorwahl vorhanden. Die lichtstarke Anfangsblende von 2,0 ist für Kompaktkameras – und erst recht für die Outdoor-Nische – ein sehr guter Wert. Der Bildprozessor TruePic VII findet auch in der Systemkamera OM-D Verwendung – ein Ritterschlag. Der maximale Wert von ISO 6400 ist ein eher theoretischer, ab 1600 wird deutlich gerauscht.
Die Brennweite könnte nach meinem Geschmack noch etwas weitwinkliger beginnen, geht mit einer Spannweite von 25 bis 100 mm (entsprechend Kleinbild) in Ordnung. Durch die Investition in weiteres Zubehör kann am unteren (Fish-Eye-Konverter) oder oberen (Tele-Konverter) Ende des Brennweitenbereichs noch etwas gedreht werden.

tg3-2Es können fünf Bilder in der Sekunde bei voller Auflösung von 16 Megapixel gemacht werden. Für Sport- und Kleinkind-Aufnahmen ideal. Begnügt man sich mit einem Fünftel der Auflösung, was noch immer für Abzüge ausreichend ist, so werden gar 60 Bilder in der Sekunde möglich. Nach gut eineinhalb Sekunden kann dann aber der Finger vom Auslöser genommen werden, denn nach 100 Bildern am Stück ist Schluss. Videos werden direkt in HD (1080P) aufgenommen oder aus Intervallaufnahmen automatisch daumenkinogleich zusammengesetzt. Durch den separaten Aufnahmeknopf für Videos muss nicht lange durch Menüs geklickt oder an Schaltern gedreht werden. Eine Alternative zu HD-Videos stellen Highspeed-Aufnahmen mit 120 (VGA) oder gar 240 Bildern die Sekunde dar. Letztere werden aber mit einer Auflösung von gerade einmal 320×240 Pixeln (QVGA) erkauft.

Nur eine Kleinigkeit, aber ein Zeichen für mitdenkende Produktentwickler: Der Selbstauslöser lässt sich hinsichtlich anfänglicher Verzögerungszeit, Aufnahmeanzahl und Intervallzeit beliebig konfigurieren.

Totg3-4ll ist die Möglichkeit, Bilder via WLAN direkt auf das Smartphone (und von dort direkt ins Internet) zu übertragen. Die hierfür erforderliche App ermöglicht auch einen Live-View- und Fernsteuer-Modus der Kamera, ist für iPhone und Android zu haben und schnell eingerichtet. Auf CD beigelegte Windows- oder Mac-Programme habe ich noch nie ausprobiert (weil noch nie vermisst).

Die Kamera macht einen wirklich robusten Eindruck, ist mit knapp 250 Gramm aber natürlich nicht gerade ein Fliegengewicht und auch kein Hosentaschenzweg. Sie liegt aber sehr gut in der Hand und ist durch das mittig platzierte Objektiv und die sinnvolle Tastenanordnung auch mit Handschuhen noch bedienbar. Beim Skifahren sollte man zusätzlich den Touch-Control genannten Modus aktivieren, über den Klopfzeichen auf die Gehäuseseiten für die Steuerung der Kamera interpretiert werden. Außerhalb dieses Extremeinsatzes bringt das Klopfen nicht viel und spricht etwas ungenau an.

Über das stabile Schutzglas des Objektivs muss öfters mal gewischt werden, da es keinen selbstschließenden Schutz gibt. Dieser würde die Schmutz- und Wassertolleranz nur mindern. Auch der optische Zoom findet aus dem gleichen Grund innerhalb des Gehäuses statt.

Optional gibt es einen aufsteckbaren Ringblitz, der für die richtige und schattenarme Ausleuchtung der Makro-Aufnahmen sorgt. Damit bestückt kann man die Kamera direkt auf ein Objekt legen und sie als Mikroskop verwenden. Aber auch ohne dieses Zubehör und freihand sind erstaunliche Detail-Aufnahmen bei einer minimalen Aufnahmeentfernung von lediglich einem Zentimeter möglich. Kombinieren lässt sich das mit dem Fokus-Bracketing, also dem automatischen Zusammensetzen einer Aufnahmereihe mit zwischen den Bildern jeweils leicht versetzen Schärfepunkt.

Nicht überzeugen kann hingegen das GPS-Modul. Innerstädtisch klappt die Positionsbestimmung mehr schlecht als recht und nicht bei jeder Aufnahme und selbst unter optimalen Bedingungen erfolgt das Tracking der Route im 30-Sekunden-Takt und daher recht unpräzise.

Die TG-3 ist eine eine tolle Ergänzung zur Spiegelreflex-Kamera und spielt ihre Vorteile überall dort aus, wo man um erstere aufgrund von Sand, Wasser, Schnee oder Frost immer ein wenig Angst hat.

2 Kommentare

  1. Von Paleica geschrieben am 25. September 2014

    oooh die sieht ja cool aus! und auch die bewertung klingt super. mich reizen kleine ja auch immer, habe aber im moment eh die g15, die recht am puls der zeit ist. nur stoß- und wasserfest ist sie nicht, aber bisher war das noch nicht unbedingt notwendig. allerdings muss ich sagen, dass ich damit öfter schwierigkeiten beim fokussieren hab, was mich dann doch immer wieder nervt. es gibt halt schon viel tolles am markt.

    • Von Hendrik geschrieben am 25. September 2014

      Ja, irgendwie haben „die Kleinen“ trotz einem allzeitbereiten Handy noch eine Daseinsberechtigung. Die G15 ist auch ein schönes Teil! Viel Spaß damit.

Kommentar hinzufügen